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Titel der Ausgabe:

Nord Stream 2 - Interview mit Finanzvorstand Paul Corcoran

Erscheinungsdatum:
08.05.2020
In dieser Ausgabe:

Es ist nun der Monat Nummer zwei, in dem die Coronakrise unser aller Leben bestimmt. In dieser Ausgabe meines Gasmarktes spielt sie allerdings nur eine geringe Rolle. Ich habe in der letzten Ausgabe schon geschrieben, dass der Gasmarkt und seine Akteure bisher geschäftlich relativ unbeeindruckt von der Krisensituation sind. Dies gilt auch weiter. Offen gestanden wollte ich es selbst kaum glauben, als ich mir die Allokationsdaten der Marktgebietsverantwortlichen angeschaut habe. Die Ausspeisemengen sowohl im RLM- als auch im SLP-Sektor weisen bisher keine gravierenden Rückgänge aus, wobei man – dies steht in dieser Ausgabe in der Rubrik Marktgerüchte – bei den SLP-Ausspeisungen etwas vorsichtig sein muss. Die Lastprofile, auf denen sie basieren, wurden wohl in der Regel nicht an die neue Situation angepasst. Aber auch in anderen Ländern ist die Gasnachfrage nicht dramatisch eingebrochen. Dies gilt selbst für Italien, wie Matthew Monteverde von Argus in einem Webinar der Plattform enmacc erläutert hat.

Trotzdem scheue ich mich natürlich, von „business as usual“ zu sprechen, da die ökonomischen Verwerfungen der Krise noch unklar sind. Aber dennoch dreht sich diese Ausgabe um den „Gasalltag“. Wichtig für den zukünftigen Alltag sind die beiden Festlegungen KAP+ und KOMBI, die Voraussetzungen für einen vernünftigen Startpunkt für das zukünftige THE-Marktgebiet schaffen. Für mich zeigen die Festlegungen, wie Marktteilnehmer und BNetzA zu tragfähigen Kompromissen kommen können. Aus meiner Sicht war es letztendlich ein guter Prozess, den ich in dieser Ausgabe noch einmal nachgezeichnet habe. Anfangs sah es ja nicht so gut aus.

Im Mai wird die BNetzA entscheiden, ob für Nord Stream 2 eine Freistellung vom regulierten Netzzugang gewährt wird. Paul Corcoran, der Finanzvorstand der Projektgesellschaft, hat im Interview in dieser Ausgabe erläutert, warum die Freistellung aus Sicht der Projektgesellschaft gerechtfertigt ist. Derzeit ruhen die Arbeiten an der Leitung. Die Akademik Cherskiy, ein russisches Verlegeschiff, das die Restarbeiten durchführen könnte, befindet sich mittlerweile in der Nordsee westlich der Niederlande. Corcoran betont aber in dem Interview, es gebe noch keinen Plan zur Beendigung der Arbeiten, sondern nur Optionen.