Bleiben Sie mit dem kostenlosen Gasmarkt-Newsletter auf dem Laufenden! Wir informieren Sie per E-Mail über neue Ausgaben und geben Einblicke in die Inhalte.

Kostenlos registrieren!
Image for issue 12|2019

energate Gasmarkt Ausgabe 12|2019

Thema des Monats: Interview mit Gundolf Schweppe (Uniper Energy Sales)

Dr. Heiko Lohmann Dr. Heiko Lohmann

Der Vor- oder Nachteil, wenn man sich mit einem Thema wie Energie näher beschäftigt, ist der Einblick in politische Prozesse. Leider stärkt so ein Einblick nicht immer das Vertrauen in die Verfahren. Im Oktober und Dezember hat die Bundesregierung einen bunten Strauß an Gesetzesinitiativen erlassen, um das Klimaschutzprogramm umzusetzen. Dies ist natürlich einerseits begrüßenswert, weil damit die Energie- und Klimapolitik vorangebracht wird. Aber der wahnsinnige Zeitdruck unter dem dies passiert, führt nicht dazu, dass dabei ein konsistentes, gut zu handhabendes, Regelwerk entsteht. Aber dieses Wechseln zwischen Nichtstun und Hektik zeichnet ja die Energie- und Klimapolitik der aktuellen Bundesregierung ohnehin aus. Für die Gaswirtschaft problematisch: Grüne Gase fallen dabei wieder weitgehend hinten über. Dies überrascht angesichts des Gasdialogs 2030 sowie der geplanten Wasserstoffstrategie.

Apropos grüne Gase. Ich hatte Ende des Monats das Vergnügen, bei der Baltic Gas Conference in Tallinn zu sein. In den nordischen und baltischen Ländern spielt Gas keine große Rolle. Deshalb war ich überrascht zu lernen, wie stark vor allem Finnland an synthetischem Gas und Wasserstoff interessiert ist. Der unabhängige Fernleitungsnetzbetreiber nimmt zwar offiziell erst am 01. Januar 2020 seine Tätigkeit auf, diskutiert aber schon jetzt mit der Regierung diese Themen. Er hat dabei wohl ein offenes Ohr. Ein Thema, das auch Fortum und Uniper dann intensiver diskutieren können...

THEMA DES MONATS Interview mit Gundolf Schweppe (Uniper Energy Sales)

Im Januar 2018 hatte sich ener|gate Gasmarkt mit Gundolf Schweppe, Geschäftsführer von Uniper Energy Sales, zuletzt unterhalten. Damals ging es vor allem um das „Flatrate-Produkt“, das Uniper Energy Sales Stadtwerken für ihre Endkunden angeboten hat. Die Idee: Der Kunde bezahlt verbrauchsunabhängig einen festen Grundpreis für seine Gaslieferung, es erfolgen keine Nachberechnungen. Mit fünf Stadtwerken und jeweils 500 Kunden pro Stadtwerk wurde dann ab Oktober 2018 das Produkt für ein Jahr getestet. Dahinter stand aber vor allem die Idee, Partnerschaften mit Stadtwerken neu zu beleben und eine Risiko- und Aufgabenverteilung anzubieten, bei der jeder Partner seine Stärken einbringt. Bei der Flatrate soll die Erfahrung Unipers mit der Absicherung von Temperaturrisiken eine effiziente Mengenbereitstellung ermöglichen. Die Stadtwerke sollen aufgrund ihrer örtlichen Marktkenntnisse die geeigneten Kunden ansprechen und die Risiken spezifischer Verbrauchsänderungen übernehmen...

RahmenbedingungenUmsetzung der Beschlüsse der Kohlekommission und aus dem Klimaschutzplan 2030

Im Oktober und November hat die Bundesregierung ein ganzes Paket an Gesetzesentwürfen auf den Weg gebracht, um sowohl die Beschlüsse der Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (kurz: Kohlekommission) (ener|gate Gasmarkt 03/19) als auch das Klimaschutzprogramm 2030 (ener|gate Gasmarkt 10/19) umzusetzen.

Vorweg: Viele der Regelungen fallen nicht in die Kompetenz dieser Publikation, aber ener|gate Gasmarkt hat eine ganze Reihe von Gesprächen zu den diversen Gesetzesvorhaben geführt. Zudem wurde ja auch genug über verschiedene Aspekte geschrieben. Ganz böse gesagt, könnte man sie als Programm zur weiteren Stärkung des Misstrauens in die Demokratie im Allgemeinen und die Energie- und Klimapolitik im Besonderen bezeichnen. Die Gesetzesvorhaben sind hochkomplex und verbinden häufig verschiedene Themen. Statt konsistenter Klimapolitik finden sich unterschiedliche Ressort- und Parteiinteressen in den Entwürfen wieder. Und dies bei Anhörungsfristen für die Verbände, die teilweise lediglich 48 Stunden betragen. Es mag gute Gründe für diese Hektik geben, handwerklich besser wird die Arbeit dadurch nicht...